Modellkiez Invalidenstraße

Projektzeitraum: 18.08.2022 – 18.09.2022

Entwicklung eines Mobilitätskonzepts für die verkehrssichere Umgestaltung der Invalidenstraße und des angrenzenden Kiezes

Das Forschungsprojekt „Modellkiez Invalidenstraße“ des Fachgebiets Integrierte Verkehrsplanung der Technischen Universität Berlin reagiert auf den schweren Unfall in der Invalidenstraße im September 2019. Es verfolgt das Ziel, in den nächsten zwei Jahren gemeinsam mit Anwohner:innen und Akteur:innen aus dem Gebiet sowie der Bezirksverwaltung und -politik ein Mobilitätskonzept für die verkehrssichere Umgestaltung der Invalidenstraße und des angrenzenden Kiezes zu entwickeln. Dabei sollen die unterschiedlichen Bedarfe der Nutzer:innen unter Einbezug verschiedener Verkehrsträger und Mobilitätsanforderungen partizipativ zusammengebracht und ein nachhaltiges auf Nahmobilität fokussiertes Modellgebiet verwirklicht werden. Finanziert wird das Projekt von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klima (SenUMVK).

Das Untersuchungsgebiet ist im Berliner Bezirk Mitte verortet und umfasst das Gebiet zwischen der Bernauer Straße und der Torstraße sowie der Chaussee Straße und der Brunnenstraße. Dabei zählt der östliche Teil des Gebiets zum ehemaligen Sanierungsgebiet Rosenthaler Vorstadt, in dem zwischen 1994 und 2009 zahlreiche Modernisierungsmaßnahmen realisiert wurden. Das Herzstück des Kiezes bildet die namengebende Invalidenstraße, die sich auf einer Gesamtlänge von rund drei Kilometern erstreckt und in westlicher Richtung an den Ortsteil Moabit anschließt.

Projektablauf

Als partizipative Hauptmethodik wird das Charette-Verfahren angewandt, welches als Veranstaltungsform und strategisches Beteiligungsverfahren zugleich verstanden werden kann. Dieses zeichnet sich nicht nur durch die direkte Beteiligung der Bürger:innen und eine konsequente Öffentlichkeit, sondern auch durch eine stringente Umsetzungsorientierung aus. Durch die Verbindung von lokalem und fachlichen Wissen sollen im Rahmen des Charette-Verfahrens gemeinsam Lösungsansätze entwickelt werden. Mithilfe einer vorangegangenen Analyse der partizipativen Strukturen und Akteur:innennetzwerke wird zum Einen eine Grundlage für ein heterogen besetztes Beteiligungsverfahren geschaffen und zudem gewährleistet, dass im Modellgebiet vorhandene Strukturen, aktive Initiativen und Akteur:innen sowie aktuelle Planungsvorhaben mit berücksichtigt und ggf. weiterentwickelt werden. 

Der Innovationscharakter des methodischen Designs zeichnet sich nicht allein durch den inklusiven (Einbezug der Bürger:innen), sondern auch durch den neuartigen transdisziplinären Ansatz (Einbezug der Bezirksverwaltung und –politik) aus. Das bedeutet, dass Bürger:innen, Wissenschaftler:innen und kommunale Verantwortungsträger:innen als gleichberechtige Projektpartner:innen gelten und gemeinsam Lösungsmöglichkeiten erarbeiten. Dabei beruht das nachhaltig ausgelegte Modellprojekt auf den zentralen Säulen, der Exploration, Kommunikation und Partizipation.

Im Anschluss an das Beteiligungsverfahren werden die Ergebnisse unter Berücksichtigung der partizipativ entwickelten Maßnahmen mit dem Bezirk Mitte in ein holistisches Mobilitätskonzept überführt, mit dem die Mobilität im Bezirk nachhaltig entwickelt werden kann.

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